Fürs Endspiel reichen die "Abiletten" nicht

Rhein-Neckar-Zeitung vom 9. Juli 2017 von Carolina Paul

Flammende Appelle, emotionale Szenen, aber auch witzige Sprüche: DBS-Abiturienten verabschiedet

Sie haben ihr Abitur zwar geschafft, aber wie geht es weiter? Was sind die nächsten Schritte, die die Absolventen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums jetzt gehen werden - und was benötigen sie dazu? Auf all diese Fragen ging Schulleiterin Gudrun Aisenbrey am Freitagabend in ihrer Rede auf der Abschlussfeier des Jahrgangs ein.

"Wisst ihr noch, wie alles begann? Wie eure Lehrer, Mitschüler und Freunde hießen?" fragte Aisenbrey in die voll besetzte Stadthalle. Zwölf lange Schuljahre waren mit diesem Tag endgültig vorbei: "Ihr alle habt Beachtliches geleistet", lobte sie ihre Schützlinge und richtete den Blick dabei nicht nur auf die 17 Schüler, die mit einer Eins vor dem Komma abgeschlossen haben, sondern erwähnte auch jene mit einer Zwei oder Drei davor. Alle hätten eine Stufe ihrer individurellen Lebenstreppe erklommen, all die Anstrengungen hätten die Schüler nun zum Erfolg geführt.

"Abiletten, 12 Jahre durchgeschlappt oder wie jetzt?", lautet das Motto der diesjährigen Abiturienten. Aisenbrey sah in den Tretern aber mehr als nur ein modisches Accessoir. Sie schrieb ihnen Eigenschaften wie "robust, komfortabel und preisgünstig" zu: "Sie bieten Schutz vor Fußpilz und Verletzungen", scherzte sie. Adiletten seien also längst kein "Stilunfall" mehr; trotzdem müsse man auf steinigen Wegen das Schuhwerk auch Mal wechseln: "Um ins Endspiel zu gelangen, müsst ihr schleunigst raus aus den Adiletten und rein in die Fußballschuhe", gab sie den Abiturienten sinnbildlich mit.

Sie sprach ihnen Mut zu, nicht alles gleich zu glauben, was ihnen erzählt wird, sich kritisch auseinanderzusetzten. "Den Dingen auf den Grund zu gehen, Visionen zu haben und trotz aller Begrenzungen die Welt verändern zu wollen", wünschte sie sich für sie. "Ihr seid die Zukunft des Landes, Europas", schloss sie. Ihre bewegenden Worte mussten die Gäste erst einmal sacken lassen und konnten dies auch - während das Orchester unter der Leitung von Wolfram Schmidt "1980-F" spielte. Die jungen Musiker umrahmten das Programm musikalisch und gaben Titel wie "Music" von John Miles und "The Final Countdown" von Europe zum Besten. Auch Schmidt musste sich von einigen seiner Musiker verabschieden - und tat dies jeweils mit einer herzlichen Umarmung und einem kleinen Präsent.

Das Gefühl des Abschieds und des Beginns von etwas Neuem, zum Teil auch Unbekannten war allgegenwärtig, auch als Elternvertreterin Doris Rauh sich bei allen Fach- und Klassenlehrern sowie der Schulleitung bedankte. Sie appellierte an die Ehrlichkeit, die jungen Erwachsenen seien mit den modernen Medien aufgewachsen und sollten diese auch "im positiven und ehrlichen Sinne nutzen". Man dürfe die "christiliche Grundidee" nie vergessen. "Tretet ein für eine ehrliche, hilfsbereite und seelisch gesunde Gesellschaft", gab sie den Absolventen mit auf den Weg. Höhepunkt des Abends war für die nun ehemaligen Schüler wohl die Zeugnisausgabe, zu der sie dem Kurs nach und jeweils zu zweit oder dritt aufgerufen wurden.

Jedes Paar oder Trio hatte sich eine Einlaufmusik ausgesucht, und die Jungs verliehen ihrem Abgang mit lässigem durch die Haare streichen und coolen Handschlägen ihre eigene Note. Scheffelpreisträger Paul Haastert bediente sich in seiner Rede an einem Zitat von Joseph Victor von Scheffel selbst: "Zum Abschiednehmen just das rechte Wetter: Grau wie der Himmel steht vor mir die Welt." Er interpretierte klischeehaft, wie er zugab, dass der Himmel grau sei, damit die Abiturienten ihm nun die Farbe verleihen. Haastert hielt sich kurz und richtete die Aufmerksamkeit auf seinen Mitschüler Michael Pochtar, der den offiziellen Teil des Abiballs mit grandioser Klaviermusik und der Ballade in g-moll von Chopin beendete. Mit stehenden Ovationen endete der erste Teil für Pochtar und die voll besetzte Stadthalle.

Die Preisträger

Diese DBS-Absolventen erhielten Auszeichnungen - für starke Leistungen und / oder soziales Engagement

  • Scheffelpreis: Paul Haastert.
  • Preis des Vereins Deutscher Sprache: Paul Haastert, Hannah Beetz.
  • Maul-Medallie (Sport): Lena Anstädt.
  • Schulpreis Englisch: Paul Haastert.
  • Schulpreis Französisch: Florian Schneider
  • Schulpreis Spanisch: Luca Carocci
  • Preis der Deutschen Mathematiker Vereinigung: Arne Grobrügge.
  • Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker: Aren Hahn, Jan Matiba.
  • Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft: Lisa Fuchs.
  • Südwestmetall Schulpreis Ökonomie: Aren Hahn.
  • Preis des Vereins für Social Politics im (Wirtschaft): Hannah Beetz.
  • Schulpreis Gemeinschaftskunde: Jan Matiba.
  • Schulpreis Musik: Louisa Ebert.
  • Schulpreis Kunst: Jenny Sättele.
  • Preis des DBS-Förderkreis (für Verdienste um die soziale Gemeinschaft): Hanna Katzer
  • Preis der Deutschen Gesellschaft für Philosophie: Lena Anstädt, Zoe Möhler.
  • Preis der Deutschen Psychologie Vereinigung: Joel Möller.
  • Preis für herausragendes Engagement im Theater: Christopher Keller, Victoria Staib.
  • Zertifikat für das Engagement bei der SMV: Denija Redzic, Luca Carocci, Marvin Müller.

Die Jahrgangsbesten bekamen eine Preis für herausragende Leistungen in allen Fächern:
Louisa Ebert (1,0), Lisa Fuchs (1,1), Luca Carocci (1,2), Paul Haastert (1,2), Aren Hahn (1,3), Jan Matiba (1,3), Niklas Seyrich (1,4), Hannah Beetz (1,4), Arne Grobrügge (1,4)

Seite wird geladen
Fürs Endspiel reichen die "Abiletten" nicht