Opulente Hommage an die Musik

Weinheimer Nachrichten vom 30. Juni 2018

Mit Pauken und Trompeten startete das Orchester der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, unter der Leitung von Wolfram Schmidt, das ebenso aufwendige wie gewaltige Konzertprojekt „Rock Pop Symphonia“, in der an zwei Abenden voll besetzten Stadthalle.

Kein anderer Titel als das „Peter-Gunn-Theme“ von Henry Mancini und Emerson Lake & Palmer, mit seiner fanfarenartigen Tongebung, hätte sich besser geeignet, ein musikalisches Ereignis der Superlative einzuleiten. Dazu drängte sich ein 180-köpfiger gemischter Chor auf der Bühne, der schon rein optisch die Opulenz dieser symphonischen Tondichtung andeutete.

Chorleiter Wolfram Schmidt standen mit Cordula Groß, Norbert Thiemel und Simone Weiss drei weitere Vollblutmusiker zur Seite, die jeweils ihre eigenen Ensembles dirigierten. Aren Hahn, frisch gebackener Abiturient, bot mit seiner sonoren Stimme und seinen wortgewandten Ansagen eine Moderation, die jedem Radiosprecher zu Ehren gereicht hätte. Für Ton und Licht sorgte die zwölfköpfige Technik AG, unterstützt von Haustechniker Sascha Menrad.

Aus 180 Kehlen

Unvermindert bombastisch ging es weiter mit dem Pop-Klassiker „The Final Countdown“, dessen Original Fassung schon Hymnencharakter besitzt. Aus den 180 Kehlen von Unterstufen- und Oberstufenchor, dem Pop-und Jazz-Chor Weinheim und dem Konzertchor „Cantus Vivus“ schwebte der Song mit seinen Nuancierungen in Hell und Dunkel in geradezu überirdischen Gefilden. Das Publikum tobte vor Begeisterung.

Im Kontrast dazu interpretierte der Unterstufen-Mädchenchor, unter der Leitung von Norbert Thiemel, mit erfrischender Leichtigkeit und belebender Choreografie den Bruno Mars-Hit „Grenade“ und danach Alice Mertons frechen Song „No Roots“.

Bei „Queen“-Titeln geht es stimmtechnisch und musikalisch ans Eingemachte. Umso beeindruckender war die Interpretation des Oberstufenchors bei Freddy Mercurys „Don’t Stop Me Now“ und „Somebody To Love“. Die jungen Sängerinnen und Sänger zeigten ein tadelloses Rhythmusgefühl und frappierende Sicherheit beim Tempowechsel.

Nicht umsonst beanspruchte die Einübung der Queen-Klassiker ein ganzes Chorwochende, erfuhr man von Moderator Aren Hahn, der selbst im Chor mitsingt. Mit harten Metal-Bandagen ging die Schulband „DBS-Youngstars“ mit dem Titel „Killing In The Name“ von der Hardrock-Band „Rage Against The Machine“ ans Werk.

Einen besonderen Leckerbissen bot anschließend Wolfram Schmidts renommierter Konzertchor „Cantus Vivus“, der statt der gewohnten Klassik mit „The Logical Song“ in die Fußstapfen von „Supertramp“ Roger Hodgson trat und den Zuschauern stimmgewaltig und mit faszinierender Leichtigkeit Popmusik in strahlender Stimmkultur präsentierte. Tief emotional, mit wunderbarer Harmonie in sämtlichen Stimmlagen erklang danach die Beatles-Ballade „Michelle“.

Anrührendes „Anthem“

So gewaltig wie das große Event der Chöre begonnen hatte, endete es auch. Mit dem anrührenden „Anthem“ aus dem Musical „Chess“ bescherte „Cantus Vivus“ dem begeisterten Publikum, nach der mit hoher Präzision gesungenen „Bohemian Rhapsodie“, einen weiteren musikalischen Höhepunkt.

Konnte ein Klangerlebnis dieser Dimension noch getoppt werden? Ja, es konnte, als sich alle Chöre noch einmal auf der Bühne einfanden und mit überwältigender Klangsinnlichkeit John Lennons Friedens-Ballade „Imagine“ sangen.

Bravo-Rufe vom Publikum

Mit rhythmischem Klatschen und Bravorufen bedankte sich ein restlos begeistertes Publikum. Als Zugabe vereinten sich Chöre und Orchester mit „Music“ von John Miles zum großen symphonischen Finale. rav

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