Weinheimer Nachrichten - 10. Mai 2017 - Seite 10

Konzert: Orchester, Band und vier Chöre der Dietrich-Bonhoeffer-Schule verbinden musikalisch auf besondere Weise Genres und Botschaft von Weltreligionen

Ein Friedenszeichen von 200 Schülern

WEINHEIM.  Die Bühne des Musiktheaters der Dietrich-Bonhoeffer-Schule kam an die Grenze ihrer Kapazität. Rechts von ihr dirigierte auf  einer kleinen Nebenbühne Wolfram Schmidt das stattliche Schulorchester samt Schulband, unterhalb der großen Bühne gaben vor allem Norbert Thiemel, aber auch Cordula Groß und Simone Weiß wechselweise die Einsätze für Unterstufen-, Mittelstufen- und Oberstufenchor sowie einen Projektchor der sechsten Klassen. Nicht nur die Kraft der Sänger, sondern auch das hervorragend aufeinander abgestimmte Zusammenspiel mit den Musikern war bei der Premiere des Projekts "Linking Sounds" beeindruckend.

Ausgezeichneter Rezitator

Verbunden wurden bei zwei Vorstellungen nicht nur 200 singende und musizierende Schüler verschiedener Altersstufen, sondern auch durch die Auswahl von Texten und Musikstücken Weltreligionen wie Christentum, Judentum und Islam. So setzte die Technik AG zwischen einem Gloria von Tjark Baumann, einem indianischen Stück oder einem traditionellen jüdischen Lied Aren Hahn, einen ausgezeichneten Rezitator, ins Licht, der mit sonorer Stimme und exzellenter Betonung Texte ins Mikro sprach, deren Appelle den unbedingten Willen zu Frieden und Brüderlichkeit unter Menschen ausdrückte.

Ramon Llull, ein mallorquinischer Philosoph, Logiker und franziskanischer Theologe aus dem 13. Jahrhundert, der im Zweiten Weltkrieg bei seiner Kriegsberichterstattung ums Leben gekommene norwegische Schriftsteller und Journalist Nordahl Grieg oder der zeitgenössische Islamwissenschaftler und Mediziner Nadeem Elyas hatten eine Botschaft parat, die Grenzen überwindet, aber von jedem Einzelnen den Mut fordert, an den Frieden zu glauben.

Dazu passte, dass rund 80 Mädchen und Jungen aus den sechsten Klassen "Imagine", John Lennons Hymne der Friedensbewegung, sangen oder, eingebettet in ein modern arrangiertes "Hosanna", die vier Schülerinnen Franziska Braunstein, Maren Jabs, Lily Spilger und Sandra Weidinger zur Klavierbegleitung von Eva Dilanyan im "Benedictus" solistische Akzente setzten.

"Missa 4 Youth" als Pfeiler

Ein wesentlicher Pfeiler im Programm war die Pop-Messe "Missa 4 Youth" von Tjark Baumann. Fünf Elemente aus diesem Werk für zwei- bis vierstimmige Chöre waren im Programm verteilt und sorgten mit unterschiedlichen Pop-Stilen und Brücken zu anderen traditionellen Musikformen für ein erfrischendes Zusammenspiel der Genres, eben für jenen verbindenden Klang, der im Konzerttitel "Linking Sounds" vorgegeben wurde.

Nachdem sich Unter-, Mittel-, Oberstufenchor und Orchester beim finalen "Agnus Dei" zusammengefunden, Wolfram Schmidt, Norbert Thiemel  und Cordula Groß mit engem Blickkontakt Sänger und Instrumentalisten auf einer Wellenlänge gehalten hatten, war der rauschende Schlussbeifall mehr als verdient. Die Fachschaft Musik an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule hatte, unter anderem mit Unterstützung des Fördervereins "Fidibus", ein weiteres Zeichen exzellenter Zusammenarbeit gesetzt und mit der Botschaft des Programms das zum Ausdruck gebracht, wofür sich Jugendliche angesichts der nationalen und weltpolitischen Lage immer stärker interessieren und Stellung beziehen: für den Frieden. dra

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