Weinheim. „Hamster-Alarm“ gab es dieser Tage bei Rektorin Birgit Schmahl an der Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule. Dies aber nicht etwa, weil die Schüler aus den Klassen 3/I und 3/II ihren Lehrerinnen Dorothee Sayed-Pfirrmann und Tanja Fürüs die kleinen pelzig-putzigen Tierchen von zu Hause mit in die Schule gebracht hätten. Grund für das fröhliche Gewusel der Drittklässler waren der Gemeindienst- Beauftragte Wolfgang Schneider und der Pressereferent des Rotary Clubs (RC) Weinheim, Günther Grosch, die klassensatzweise für alle Schüler den von Margret Netten verfassten Kinderroman der beiden Goldhamster „Paule“ und „Karlchen“ mitgebracht hatten.

Für die Lehrer gab es gleichfalls kostenloses Begleitmaterial für den gezielten Einsatz der Lektüre im Unterricht. Der Rotary Club sieht die im Rahmen des Projekts "Lesen lernen - Leben lernen" ("LLLL") gemachte Spende als Auftakt für noch weiteres "Lesefutter", erläuterte Schneider.

Ein eigenes Buch

Erstaunt waren beide Rotarier über die Aussage der Pädagoginnen und Kinder, dass der 104 Seiten starke Schmöker für viele das erste eigene Buch ist. „Das ist schade. Wer in die dritte Klasse geht, sollte schon einige Bücher im Regal haben“, so Grosch. Gerade in der digitalen Welt behalte das eigene Buch seine ganz besondere Bedeutung: „Wir können es jederzeit anfassen und haben Spaß daran, den Inhalt zu begreifen.“

Leseförderung nehme im Schulalltag wie zuhause einen wichtigen Stellenwert ein, bekräftigte Schulleiterin Schmahl in ihrem Dank an die Rotarier. Für die Schüler sei es „etwas anderes, ob ein Buch in ihr Eigentum übergeht und sie darin auch einmal etwas markieren können“ oder ob sie es nur ausleihen.

„Hätten die deutschen Schüler im Jahr 2000 im ersten internationalen Schulleistungstest Pisa nicht so erschreckend schlecht abgeschnitten, vielleicht wären wir Rotarier nie auf die Idee gekommen, die Leseförderung zu ihrem Thema zu machen“, so Schneider und Grosch übereinstimmend. So aber wurden in den zurückliegenden Jahren gleich mehrere Projekte in diesem Bereich angeschoben, für die jetzt allmählich der Lohn eingefahren wird. Bereits in der Pisa-Studie von 2012 hatten die deutschen Schüler ganz generell und ausdrücklich auch in der Lesekompetenz deutlich zugelegt.

„Lesen lernen – Leben lernen“, im Rotary-Jargon kurz „LLLL“ oder „4-L“ genannt, ist dafür ein Musterbeispiel mit außergewöhnlichen Kennzahlen. Annähernd jeder dritte Rotary Club in Deutschland hat das Projekt bereits in der Vergangenheit finanziell unterstützt. Zusammengenommen wurden über eine halbe Million Bücher an weit mehr als 20?000 Schulklassen überreicht. Allein der „Buchwert“ liegt bei etwa 1,5 Millionen Euro.

„LLLL“ basiert auf der Idee, dass Rotary Clubs jedem Kind einer Grundschulklasse eine pädagogisch wertvolle Unterhaltungslektüre schenken, die Unterrichts begleitend gelesen und bearbeitet wird. Hierzu stehen sieben verschiedene Titel mit entsprechendem Lehrer-Begleitmaterial zur Verfügung.

Für den Rotary Club Weinheim ist es nach dieser „Buchpremiere“ an der DBS „Ehrensache“, dass man das Projekt auch künftig weiterverfolgen will, um nachhaltig zu wirken. rcw

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104 Seiten Lesefutter mit Hamstern